Blendende Aussichten
- 11. Januar 2012
- / Category Fotografie
- / Posted By Martin Schlichting
- / 1 Comment.
Heute möchte ich mit einem alten und doch sehr festgefahrenen Mythos aufräumen: Nein, Schärfentiefe und Tiefenschärfe bezeichnen nicht ein und denselben Begriff. Bei Ersterem handelt es sich um eine objektive Größe, bei Zweiterem um einen subjektiven Eindruck. Was bedeutet das konkret?
Die Schärfentiefe, so sagt es bereits das Wort, gibt den messbaren Bereich in einem Foto an, der scharf abgebildet wird. Steuern lässt sie sich durch die Einstellung der Blende. Je weiter die Lamellen geöffnet sind, desto kürzer ist der Abstand zwischen den unscharfen Flächen. Angewendet wird die Technik vor allem zum Zweck, das Hauptmotiv stärker vom Hintergrund abzugrenzen.
Die Tiefenschärfe hingegen müsste eigentlich TiefenUNschärfe heißen. Ein weiteres Synonym ist das sogenannte Bokeh. Es geht hier um die individuelle ästhetische Beurteilung des unscharfen Vor- und Hintergrundes. Zumeist äußert sich das in der Form von Lichtkreisen und -punkten. Es können jedoch auch die Übergänge zwischen einzelnen Farbflächen sein. Sind diese geradezu butterweich, werden sie oft als besonders angenehm empfunden. Somit ist die technisch bedingt unterschiedliche Wiedergabe des Bokehs für Fotografen nicht selten ein gewichtiger Faktor für die Kaufentscheidung eines Objektives.
Unten stehend können Sie sich einige Beispiele dazu ansehen. Zuerst eine Bilderreihe mit nach und nach weiter geöffneter Blende. Sicher werden Sie erkennen, dass das verwelkte Blatt im Vordergrund von Foto zu Foto immer mehr von Ihrer Aufmerksamkeit auf sich zieht. Anschließend acht weitere Bilder mit ganz individuellen Hintergrundcharakteren.
Newsletter
Bitte tragen Sie hier Ihre e-Mail-Adresse ein, um den Newsletter zu erhalten.
. . .

super bilder
und danke für den hammer kalender